Adipositas-Zentrum Niederrhein

In unserem Adipositas-Zentrum erhalten Sie Beratung und Hilfen bei Übergewicht und zu möglichen Operationen. Unser standortübergreifendes Team von erfahrenen Chirurgen, Internisten, Anästhesisten, Psychologen, Endokrinologen, Ernährungsberatern, Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Fachkoordinatoren begleitet Sie während der gesamten Zeit - von der Vorbereitungsphase über Krankenhausaufenthalt und Operation bis hin zur intensiven Nachbetreuung.

Gerne unterstützen wir Sie auf Ihrem Weg in ein gesünderes Leben!
Telefon 02831-390 2617 (Di, Do 12-16 Uhr, Fr 8-12 Uhr)
Bitte bringen Sie zum Beratungsgespräch den ausgefüllten Anamnesebogen und Ihre Einverständniserklärung mit.

Gesundheitsrisiko Adipositas

Über die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland ist übergewichtig, fast ein Viertel ist sogar krankhaft übergewichtig (adipös). Bei den Kindern und Jugendlichen sind rund 15 Prozent übergewichtig, sechs Prozent sind bereits adipös. Vor allem die Gruppe der adipösen und stark adipösen Menschen wächst ständig. Adipositas beginnt ab einem BMI (=Body Mass Index) von 30 kg/m2.   Verbunden damit sind neben einer eingeschränkten Lebensqualität meist auch Gesundheitsrisiken.

Menschen mit Adipositas haben ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und sogar für diverse Krebserkrankungen. Eine dauerhafte Gewichtsabnahme kann den Ausbruch dieser Erkrankungen verhindern oder günstig beeinflussen.

Sie leiden unter Ihrem Übergewicht?
Dann vereinbaren Sie einen Termin in unserer Adipositas-Sprechstunde. 

Ab welchem Übergewicht sollte ich reagieren?

Mediziner unterscheiden zwischen Übergewicht und Adipositas. Dazu wird der Körpermasse-Index (BMI) genutzt (Körpergewicht:Körpergröße x 2). Von Übergewicht spricht man, wenn der BMI größer als 25, aber kleiner als 30 ist. Ab einem BMI von 30 handelt es sich um eine Adipositas. Wichtig ist hierbei allerdings auch die Zusammensetzung (Fett oder Muskeln).

  • Adipositas Grad I = BMI 30-34
  • Adipositas Grad II = BMI 35-39
  • Adipositas Grad III = BMI > 40 (Krankhafte Adipositas)

Welche Operationen werden angeboten?

Wir bieten Ihnen unterschiedliche Operationen nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen an:

  • Schlauchmagen (sleeve gastrectomy)
    Bei dieser Operation wird der Magen verkleinert, etwa auf die Größe einer kleinen Banane. Dadurch ist der Magen bereits nach geringen Nahrungsmengen gefüllt. Die Magenfüllung führt zu einer Dehnung der Magenwand, welche ihrerseits das Sättigungsgefühl auslöst. Die Schlauchmagen-OP wird weltweit mit stark steigender Tendenz durchgeführt. In Deutschland ist diese OP der am häufigsten durchgeführte Eingriff in der Adipositas-Chirurgie.
  • Magenbypass
    Bei dieser Operation wird der Magen bis auf einen ca. 100 ml großen Rest unter der Speiseröhre reduziert. Nun wird eine Umgehung (Bypass) vom Magen zum Dünndarm erstellt, so dass die Nahrung und Verdauungssäfte erst im mittleren Dünndarm vermengt werden, wodurch die Aufnahme von Zucker und Fetten eingeschränkt ist.
  • Omega-Bypass (mini-gastric-bypass)
    Bei dieser Operation führen zwei Komponenten dazu, dass die Nahrung im Magen nicht mehr vollständig zerlegt wird: ein langer schmaler Magenschlauch und ein ca. 150 cm langer Dünndarm-Bypass. In diesem Verfahren sind die beiden oben genannten Operationen (Schlauchmagen und Magenbypass) vereinigt.

Welche Operation letztendlich geeignet ist, besprechen Sie gemeinsam mit unseren Chirurgen. 

Wird eine Magenband-Operation angeboten?

Nein.  In Deutschland werden nur noch sehr selten Magenbänder implantiert. Erhebungen in der größten deutschen Qualitätssicherungsstudie haben gezeigt, dass diese Art der Operation häufig Korrekturoperationen erfordert. Deshalb bieten wir sie nicht an. 

Welche Voraussetzungen sind für eine OP zu erfüllen?

Eine Operation mit dem Ziel der langfristigen Gewichtsreduktion muss (derzeit noch) von der Krankenkasse im Voraus genehmigt werden (Kostenübernahmeerklärung). Die entsprechenden Fachgesellschaften haben sich darauf geeinigt, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die Kostenübernahme erfolgen kann. Ob und in welchem Umfang Sie diese Voraussetzungen erfüllen oder welche Maßnahmen noch sinnvoll sind, um möglichst große Aussichten auf Erfolg für eine Kostenübernahmeerklärung zu haben, klären wir gemeinsam mit Ihnen in der Sprechstunde.

Die Voraussetzungen sind im Einzelnen:

  • Adipositas Grad III (BMI > 40 kg/m² KOF) oder eine Adipositas II (BMI > 35 kg/m² KOF) mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen
    Zu den Begleiterkrankungen gehören u. a. ein Diabetes mellitus Typ 2, ein arterieller Hypertonus (Bluthochdruck), ein obstruktives Schlafapnoesyndrom oder auch ein PCO-Syndrom. Auch eine orthopädische Behandlung aufgrund von Rücken- oder Gelenkbeschwerden kann als  Begleiterkrankung anerkannt werden.
  • Das krankhafte Übergewicht besteht seit mehr als 5 Jahren. 
    Hier ist es hilfreich, wenn Sie mit der Antragstellung einen tabellarischen Lebenslauf einreichen, auf dem zu erkennen ist, seit wann Sie unter Übergewicht leiden, welche Maßnahmen Sie ergriffen haben, um abzunehmen und wie der Gewichtsverlauf im Laufe der Jahre war.
  • Die Indikationsstellung erfolgt durch Ärzte verschiedener Fachrichtungen.
    Neben den Unterlagen, die Sie uns nach erfolgreicher Absolvierung der mehrmonatigen Vorbereitung von Ihren Ärzten und Therapeuten mitbringen, findet in unserem Haus eine Adipositaskonferenz statt, bei der Ärzte verschiedener Fachrichtungen Ihren „Fall“ besprechen und somit eine Indikation auf breiter, interdisziplinärer Basis stellen.
  • Nachweis einer mindestens 6-monatigen, ärztlich kontrollierten konservativen Therapie im Sinne eines multimodalen Behandlungskonzeptes (Ernährungstherapie, Bewegungstherapie, Verhaltenstherapie, ggf. medikamentöse Therapie)
    Sicher haben Sie in der Vergangenheit schon einiges versucht, um abzunehmen. Bitte bringen Sie zum Beratungsgespräch alle Unterlagen mit, die als Nachweis für entsprechende Therapien dienen können, z. B. Mitgliedsausweis aus Sportvereinen, Quittungen von Diättherapien (WeightWatchers, Optifast, u. Ä.), Bescheinigungen vom Hausarzt und Ernährungstherapeuten, ein Attest eines Psychiaters oder Psychotherapeuten).

Wie hoch ist das Operationsrisiko?

Das individuelle Operationsrisiko bei einer Adipositas-Operation liegt nicht höher als bei einer anderen laparoskopischen Operation. Selbstverständlich werden Sie vor der Operation von unseren Anästhesisten und Chirurgen ausführlich beraten und aufgeklärt, hierzu gehört auch die Besprechung Ihres individuellen Risikos, welches Ihre vorliegenden Begleiterkrankungen berücksichtigt.

Wird eine lebenslange Nachsorge angeboten?

Die lebenslange Nachsorge wird durch unser Team und mitwirkende Haus- und Fachärzte aus der Region sichergestellt.

Ich will gar nicht operiert werden - kann ich mich trotzdem vorstellen?

Natürlich können Sie sich bei Beratungsbedarf rund um das Thema Gewichtsabnahme bei uns melden. Wenn Sie grundsätzlich lieber nicht operiert werden wollen, vermitteln wir Ihnen gerne den Kontakt zu niedergelassenen Ernährungsberatern oder Schwerpunktpraxen Adipositas.

Eine Vorstellung in unserem Haus ist nur sinnvoll, wenn eine Operation für Sie infrage kommt, oder Sie sich über die Möglichkeiten der Operation informieren möchten. 

Wie lange dauert die Genehmigung durch die Krankenkassen?

Die Wartezeit auf die Genehmigung hängt in erster Linie davon ab, ob die von Ihnen eingereichten Unterlagen vollständig sind.  Wenn alles eingereicht ist, entscheidet die Krankenkasse in der Regel innerhalb von drei bis vier Wochen. Es hilft auch, nach ein paar Wochen Wartezeit höflich nachzufragen, was der Antrag macht.

Kann ich nach der Operation noch schwanger werden?

Ja! Die Operation hat nur Einfluss auf den Magen-Darm-Bereich. Durch die zu erwartende Gewichtsabnahme reduzieren Sie sogar das Fehlbildungsrisiko des ungeborenen Kindes. 

Ihre Ansprechpartnerinnen

Fachärztin für Chirurgie, Viszeralchirurgie, Spezielle Viszeralchirurgie

Koordinatorin Adipositas-Zentrum / Reflux-Zentrum

Telefon 02831 390-2617
Telefax 02831 390-3600

Selbsthilfegruppe Adipositas

Für Menschen mit Adipositas, ihre Partner bzw. Partnerin und Angehörige gibt es eine Selbsthilfegruppe im St.-Clemens-Hospital. Interessenten wenden sich bitte an die Leiterin der SHG, Frau Schweda, unter shg-anr-geldern@web.de.

Info & Kontakt

Kontakt

Steffi Tilch-Wagner
Koordinatorin Adipositas-Zentrum

Telefon 02831 390-2617
Telefax 02831 390-3699
s.tilch-wagner@clemens-hospital.de

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