Schonende OP bei Zwerchfellbruch

19. Juni 2019

St.-Clemens-Hospital setzt bei Hiatushernien auf 3D-Technologie

 

Seit Anfang 2018 gibt es im Gelderner St.-Clemens-Hospital ein Reflux-Zentrum. Mehr als 100 Patienten suchten bislang die medizinische Hilfe der Gastroenterologen und Viszeralchirurgen, die hier interdisziplinär zusammenarbeiten. „Wir wussten, dass es in der Region einen hohen Bedarf an spezialisierter Diagnostik und Therapie für Patienten mit quälendem Sodbrennen oder anderen Symptomen eines schweren Reflux gibt. Allerdings hat uns die Häufigkeit des Problems dann doch überrascht“, gibt Dr. med. Susanne Born, Chefärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, unumwunden zu.

Weniger überrascht zeigt sich die erfahrene Medizinerin über die Bandbreite der Reflux-Auslöser. „Wir behandeln Patienten mit einem erschlafften oberen Magenpförtner oder einer Verengung im Magenausgang, mit einer Überproduktion von Magensäure oder mit herabgesetzter Beweglichkeit der Speiseröhre. Jede Ursache behandeln wir gezielt mit einer darauf abgestimmten Therapie. Unser Ziel ist es immer, die Patienten dauerhaft von ihren Beschwerden zu befreien.“

Besonders häufig stoßen die Ärzte bei der Voruntersuchung zur Abklärung der Reflux-Ursache auf einen sogenannten Zwerchfellbruch. „Bei der Hiatushernie verlagern sich Bauchorgane, in diesem Fall der Magen, über einen Defekt im Zwerchfell in den Brustraum. So entsteht im Magen ein erhöhter Druck, der zu klassischen Reflux-Symptomen wie Aufstoßen, Sodbrennen, Druckgefühl oder Magenschmerzen führt“, erklärt Dr. med. Susanne Born. Dann führt an einer Operation kein Weg vorbei.

In Geldern erfolgt der Eingriff minimalinvasiv, also mit kleinsten Schnitten. Dabei kommt ein hochmoderner 3D-Laparoskopie-Turm zum Einsatz. „Kameras übertragen Bilder vom Operationsgebiet dreidimensional und in hoher Bildqualität auf den Monitor. Wir können so sehr exakt und gezielt den Verschluss des Zwerchfells vornehmen“, führt die Viszeralchirurgin weiter aus. Für die Patienten bedeutet das Schlüssellochverfahren eine schnelle Genesung, da sich nur wenig Gewebe regenerieren muss. Außerdem ist dank der 3D-Technologie die Dauer des Eingriffs kürzer – und damit auch die Dauer der Narkose.

Die Patienten fühlen sich meist schon nach 4 bis 5 Tagen wieder vollkommen genesen. Und das bei deutlich verbesserter Lebensqualität. Denn einem schönen Abendessen ohne nächtliche Reue steht dann nichts mehr im Wege.

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