Reflux-Zentrum in Geldern

18. Januar 2019

St.-Clemens-Hospital baut diagnostisches und therapeutisches Leistungsspektrum aus

 

Das St.-Clemens-Hospital hat seine diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Patienten mit krankhaftem Sodbrennen ausgebaut. Langjährig etablierte Standardverfahren wurden dabei um neue, hochspezialisierte Verfahren ergänzt. „Den Anfang hat im vergangenen Jahr die LINX-Operation gemacht, die wir bereits bei einigen Patienten erfolgreich anwenden konnten“, erinnert sich Dr. med. Susanne Born, Chefärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, und ergänzt: „Für diesen besonders schonenden Eingriff sind differenzierte Voruntersuchungen wie die Säuremessung in der Speiseröhre und die Überprüfung der Beweglichkeit der Speiseröhrenmuskulatur und Erfassung der Druckverhältnisse am Übergang zum Magen notwendig. Dafür mussten wir unsere Patienten anfangs in umliegende Versorgungszentren überweisen.“ Das gehört nun der Vergangenheit an.

„Wir können heute das komplette Leistungsspektrum eines Reflux-Zentrums anbieten – von der strukturierten Anamnese bis hin zur individuellen Nachsorge und Überwachung des Behandlungsergebnisses. Dazu haben wir erheblich in die technische Ausstattung unseres Hauses investiert“, freut sich der Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Dr. med. Kerem Bulut. Gemeinsam mit seiner Kollegin plant er nun, auch den letzten Schritt zu gehen. „Die Zertifizierung des Zentrums steht in diesem Jahr auf der Agenda.“

Dass Patienten enorm von dem erweiterten medizinischen Angebot profitieren, kann Patricia Barkanowitz nur bestätigen. Die 59-jährige war die erste LINX-Patientin in Geldern. „Diese Behandlung ist ein Segen“, beteuert sie. Seit 2013 litt die ehemalige Krankenschwester unter einer gastroösophagealen Refluxerkrankung, so der Fachterminus für den Rückfluss von aggressiver Magensäure in die Speiseröhre. Anfangs dachte sie an eine hartnäckige Erkältung, denn die Krankheit zeigte sich bei ihr zunächst durch Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit. Ihr HNO-Arzt aber brachte sie auf die richtige Spur. Er empfahl eine Magenspiegelung. Das Ergebnis: Der Reflux hatte bereits zu Entzündungen in Magen und Speiseröhre geführt.

Mit der Diagnose war der Leidensweg der Geldrianerin aber noch nicht beendet. Die medikamentöse Therapie mit Säurehemmern wie Pantoprazol schlug nur kurzfristig an. Schon bald produzierte ihr Körper nicht weniger, sondern mehr Magensäure. „Also musste ich die Dosis schrittweise erhöhen. Zuletzt lag ich weit über der empfohlenen Höchstmedikation.“ Und das ohne Erfolg, denn die Symptome verschlimmerten sich. „Ich hatte ständig Schmerzen. Jede Mahlzeit fühlte sich an wie tausend Nadelstiche.“ Patricia Barkanowitz konnte kaum noch essen und verlor drastisch an Gewicht. Hinzu kam, dass bei einer erneuten Magenspiegelung Gewebeveränderungen in der Speiseröhre gefunden wurden. Ein Warnsignal.

In dieser Situation entschied sich die Patientin zur Operation. Der Gastroenterologe Dr. med. Kerem Bulut empfahl ihr die LINX-OP als innovatives  Verfahren, das keine anatomische Veränderung in ihrem Körper erforderte. Denn das magnetische Implantat wird nur um den Eingang der Speiseröhre zum Magen gelegt und kann jederzeit wieder entfernt werden. Ein Argument, das Patricia Barkanowitz überzeugte. Der nur rund ½-stündige Eingriff im St.-Clemens-Hospital verlief erfolgreich. Das Angebot der beiden Chefärzte, den Behandlungserfolg regelmäßig kontrollieren zu lassen, nimmt sie aufgrund ihrer Vorgeschichte gerne an. Auch wenn das LINX-Band  für sie einige wenige Einschränkungen mit sich bringt, versichert sie: „Ich habe zu 100 % mehr Lebensqualität!“

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