Kooperation wird intensiviert: Niederrheinische Krankenhäuser rücken enger zusammen

02. Oktober 2018  

Das St.-Clemens-Hospital mit der Gelderland-Klinik in Geldern, das Sankt Josef-Hospital in Xanten und das St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort bauen ihre Zusammenarbeit weiter aus. Ziel der neuen Kooperation ist, dass sich die Krankenhäuser hinsichtlich ihrer Leistungsschwerpunkte und fachlichen Spezialisierungen eng abstimmen. Patienten, für die im eigenen Haus nicht die medizinische Kompetenz vorgehalten wird, haben die Möglichkeit, sich in den geeigneten Kooperationshäusern vorzustellen und medizinisch versorgen zu lassen. Für die Patienten liegt der große Vorteil in der regionalen Vernetzung und den kurzen Wegen zu den Kliniken hier am Niederrhein. 

Bereits in der Vergangenheit gab es Kooperationen. So verbindet zum Beispiel die Häuser in Kamp-Lintfort und Xanten seit 2014 ein Kooperationsvertrag. Die drei Krankenhäuser arbeiten zudem im gemeinsamen „Tumorzentrum Niederrhein“ sowie in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung seit Jahren eng zusammen. Die guten Erfahrungen und die gemeinsame Identität als christliche Krankenhäuser haben die Kliniken nun darin bestärkt, die Kooperation auf weitere Bereiche auszudehnen. Die Häuser verfügen insgesamt über 988 Krankenhausbetten, beschäftigt sind insgesamt 1856 Mitarbeitende. 

Die bundesdeutsche Krankenhauslandschaft steht vor großen Herausforderungen. Das gilt auch für den Niederrhein. Der Krankenhausplan des Landes und aktuelle Gesetzesvorhaben der Landesregierung verfolgen das Ziel, Krankenhausbetten und Überkapazitäten der medizinischen Fachbereiche in gut versorgten Regionen abzubauen. Die Landesregierung möchte so die Qualität und Wirtschaftlichkeit des Krankenhaussektors weiter verbessern. 

Kooperationsrahmenvertrag
„Unsere Antwort auf diese Herausforderung ist die Bildung eines regionalen Gesundheitsnetzwerks, das uns eine hohe Spezialisierung und die gezielte Ausdifferenzierung von Leistungen erlaubt“, erklärt Christoph Weß, Kaufmännischer Direktor der Gelderner Einrichtungen. „Der zwischen unseren Häusern geschlossene Kooperationsrahmenvertrag sieht dafür ganz konkrete Schritte vor“, ergänzt Dr. Conrad Middendorf, Geschäftsführer des St. Bernhard-Hospitals, „um in unserem gemeinsamen Einzugsgebiet eine qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung sicherzustellen.“ Für Michael Derksen, Geschäftsführer des Xantener Hospitals, sind dafür alle Voraussetzungen erfüllt: „Wir haben bereits gute Erfahrungen mit der Zusammenarbeit in den Bereichen Tumorchirurgie, Kardiologie und Geriatrie gemacht“. Die Experten der drei Häuser werden zukünftig klinikübergreifend zusammenarbeiten und konkret in Behandlungsfragen eingebunden sein. Mit der schon etablierten Tumorkonferenz wurden bereits wichtige und für die Patienten spürbar positive Angebote gemacht. Medizinische Netzwerk-Leistungen in Diagnostik oder Therapie sowie die Bildung spezieller medizinischer Zentren können nun gemeinsam auf den Weg gebracht werden. Auch bei der Anschaffung und Nutzung von Großgeräten ergeben sich zukünftig wichtige Synergieeffekte für die Kliniken. Perspektivisch bieten sich in angrenzenden Bereichen, wie dem Datenschutz oder der IT-Sicherheit, große Chancen für ein solches Krankenhausnetzwerk. Konkrete Schritte der Zusammenarbeit werden in den kommenden Wochen unter Beteiligung der Chefärzte und der Krankenhausdirektorien vorbereitet.  

Vor dem Hintergrund der zunehmend schwierigeren Personalgewinnung im ärztlichen und pflegerischen Bereich planen die drei Partner gemeinsame Weiterbildungskonzepte. „Wir möchten uns stärker als bisher als attraktiver Arbeitgeber in der Region positionieren und junge Menschen gewinnen, die sich bisher eher in Richtung großer Kliniken orientiert haben“, so Josef Lübbers, Kaufmännischer Direktor des Kamp-Lintforter Krankenhauses. Mit dem medizinischen und pflegerischen Leistungsspektrum bieten die vier niederrheinischen Häuser zudem ein hohes Leistungsniveau.  

Kurzporträt der Krankenhäuser und der Klinik:

  • St. Bernhard-Hospital
    Das St. Bernhard-Hospital Kamp-Lintfort ist eine Einrichtung der St. Franziskus-Stiftung Münster. Das Krankenhaus der Regel- und Schwerpunktversorgung verfügt über 356 Planbetten und zehn Fachkliniken: Anästhesie und Intensivmedizin, Allgemein- und Viszeralchirurgie mit spezieller Tumorchirurgie und Proktologie, Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädische Chirurgie, Konservative Orthopädie und Manuelle Medizin, Innere Medizin mit den Schwerpunkten Kardiologie, Elektrophysiologie, Angiologie und Schlafmedizin sowie Gastroenterologie, Onkologie, Diabetologie und Palliativmedizin, Diagnostische Radiologie und Dermatologie. In unserem Medizinischen Versorgungszentrum „MediaVita“ bieten wir die Möglichkeit der ambulanten medizinischen Versorgung von Patienten in den Bereichen Diagnostische Radiologie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Allgemeinmedizin sowie Chirurgie. Die Katholische Bildungsstätte bildet im Verbund mit drei weiteren Kliniken derzeit 175 junge Menschen für die Gesundheits- und Krankenpflege aus.  
  • St.-Clemens-Hospital und Gelderland-Klinik
    Das St.-Clemens-Hospital und die Gelderland-Klinik in Geldern gehören zur ctt - cusanus trägergesellschaft trier mbH. Das St.-Clemens-Hospital ist ein Krankenhaus der Regelversorgung mit 312 Planbetten in den Kliniken für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Altersmedizin und Frührehabilitation, Anästhesie und Intensivmedizin, Gastroenterologie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Innere Medizin, Nierenheilkunde und Blutdruckerkrankungen, Kardiologie, Kinder- und Jugendmedizin, Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie, Radiologie und Urologie. Die Gelderland-Klinik ist eine Reha-Fachklinik für Psychiatrie und Psychosomatische Medizin mit 160 Betten. Beide Einrichtungen bilden gemeinsam mit dem MVZ Gelderland den Gesundheitscampus Geldern.  
  • Sankt Josef-Hospital
    Das Sankt Josef-Hospital in Xanten ist ein Krankenhaus der Regelversorgung und hält 160 Planbetten vor. Das Sankt Josef-Hospital ist eine Einrichtung der Gesellschaft der Katharinenschwestern mbH mit Sitz in Münster/Westfalen. Neben den klassischen Abteilungen der Inneren Medizin mit den Schwerpunkten Gastroenterologie und Pneumologie und der Chirurgie mit den Schwerpunkten der Endoprothetik und Unfallchirurgie, der Allgemeinen Chirurgie und Viszeralchirurgie sowie der Handchirurgie werden die Hauptfachabteilung Akutgeriatrie und Rehabilitation (inkl. teilstationäre Tagesklinik) sowie als weitere Disziplin die Belegabteilung Augenheilkunde vorgehalten. Die nicht bettenführende Hauptabteilung für Anästhesie und Intensivmedizin ergänzt das Leistungsangebot.  
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