Radiowellen in der Medizin

02. Oktober 2018

Klinik für Gastroenterologie im St.-Clemens-Hospital setzt auf schonende Verödung von Gewebewucherungen und Gefäßneubildungen im Verdauungstrakt

 

Barrett-Ösophagus oder Angiodysplasien im Magen und Rektum – diese Diagnosen sind für die Patienten mit einem erhöhten Risiko verbunden. Denn hierbei handelt es sich um Zell- oder Gefäßneubildungen, aus denen sich bösartige Tumore der Speisröhre oder akute Magen-/Darmblutungen entwickeln können. Um das zu verhindern, muss das veränderte Gewebe entfernt werden. „Natürlich kann man die betroffenen Stellen operativ beseitigen“, weiß Dr. med. Kerem Bulut, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie im St.-Clemens-Hospital Geldern. „Wir haben aber sehr gute Erfahrungen mit der Radiofrequenz-Ablation gemacht.“ Die Methode ist im Vergleich zur Operation für den Patienten deutlich weniger belastend und aufwendig. Auch das Risiko, sowohl der Narkose als auch des Eingriffs, ist geringer.

Bei der RFA – so die Kurzform des eher sperrigen Fachbegriffs – wird endoskopisch ein Elektro-Ballon oder eine Kunststoffplatte mit Elektroden eingeführt. Die Gewebeveränderungen werden vor Ort mittels hochfrequenter Radiowellen verödet. Das umliegende Gewebe bleibt dabei unversehrt, gesundes Gewebe wächst nach.

„Der ambulante Eingriff erfolgt unter Kurznarkose und dauert knapp 30 Minuten. Da keine Schnitte notwendig sind, sind die Patienten in der Regel sofort wieder auf den Beinen“, erläutert Bulut die Vorteile der Behandlungsmethode. Auch in Sachen Sicherheit steht die RFA einer Operation in nichts nach. „Nach etwa drei Monaten kontrollieren wir die betroffene Stelle mittels Magen- oder Darmspiegelung. In mehr als 70 % der Fälle finden wir kein krankhaftes Gewebe mehr vor“, führt der Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie mit den Schwerpunkten Chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Lebererkrankungen weiter aus. „In den anderen Fällen wird die RFA einfach wiederholt. Das Krebsrisiko kann so dauerhaft minimiert werden.“

Die Radiofrequenz-Ablation ist keine Standard-Therapie, sondern auf einige ausgewiesene Behandlungszentren beschränkt. Zu ihnen gehört die Klinik für Gastroenterologie im St.-Clemens-Hospital. Die Klinik verfügt über vier moderne endoskopische Eingriffsräume inklusive ERCP mit angeschlossener Tagesklinik. Der Chefarzt ist Mitglied im Kompetenznetzwerk Darmerkrankungen e. V. Für die stationäre Behandlung ist eine Einweisung durch den Haus- oder Facharzt erforderlich. Termine in der Klinik für Gastroenterologie können unter der Rufnummer 02831 390-1642 vereinbart werden.

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