Das geheime Leiden

29. März 2018

Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im St.-Clemens-Hospital ist auf die Behandlung von Blasenschwäche spezialisiert.

 

Für viele Betroffene ist ihr Leiden ein Tabu. „Dabei ist es wichtig, dass sich Frauen mit ungewolltem Urinverlust ihrem Arzt anvertrauen. Denn es gibt gute Therapien, die eine Blasenschwäche zumindest einschränken, meist sogar komplett beheben“, erklärt Dr. med. Volker Hoffmann, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im St.-Clemens-Hospital Geldern. Die Diagnostik und Behandlung von Harninkontinenz zählt zu den Schwerpunkten der Abteilung. Das Spektrum reicht von gezielter Beckenbodengymnastik über eine medikamentöse Behandlung bis hin zur Operation. „Die Wahl der Methode ist abhängig von Ursache und Stärke des Problems. Deshalb vereinbaren wir mit den Patientinnen zunächst einen Termin für eine urodynamische Untersuchung“, beschreibt der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe den ersten Schritt zur Hilfe für die Betroffenen.

Häufigste Diagnose ist dann eine Belastungsinkontinenz. „Infolge von Schwangerschaft und Geburt wird der Halteapparat der inneren Organe gedehnt. Sie sinken ab und drücken auf die Harnblase. Kommt ein geschwächter Beckenboden hinzu, kann der Schließmuskel dem erhöhten Blasendruck nicht mehr standhalten. Die Frauen verlieren Urin – vor allem dann, wenn der Beckenboden durch Husten, Lachen oder bestimmte Bewegungen zusätzlich belastet wird“, so Hoffmann.

Gerade zu Beginn kann hier gezieltes Beckenbodentraining helfen. „Der Beckenboden ist ein Geflecht aus Muskel- und Bindegewebe. Er liegt wie eine Schale im unteren Becken und stützt den Blasenschließmuskel. Durch richtiges Training kann man ihn stärken“, versichert Anna Szewzcyk. Die Hebamme und zertifizierte Beckenbodentrainerin im St.-Clemens-Hospital bietet regelmäßig Präventions- und Aufbaukurse zur Kontinenzsicherung an.

Ist eine Operation angeraten, kommen in Geldern unterschiedliche urogynäkologische Eingriffe zum Einsatz. Immer gehe es darum, so Dr. med. Volker Hoffmann, für die betroffene Frau das beste Ergebnis zu erzielen. „Wir erleben häufig, wie befreit die Patientinnen im Anschluss sind. Kontinenz ist für ein gutes Lebensgefühl einfach unerlässlich.“

Inkontinenzsprechstunde der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe Termine für die Inkontinenzsprechstunde der Klinik können über die Rufnummer 02831 390-1702 vereinbart werden. Voraussetzung ist die Überweisung durch den Haus- oder Frauenarzt. Für Frauen mit ungewolltem Urinverlust wird eine telefonische Kontinenzberatung angeboten. Der Chefarzt oder eine der Oberärztinnen sind dazu freitags von 14 – 15 Uhr unter der Rufnummer 02831 390-1777 erreichbar. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich. Auf Wunsch kann zudem werktags unter der Rufnummer 02831 390-1702 ein Rückruf vereinbart werden.

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